Politischer Konflikt zwischen China und Japan spitzt sich zu

Wegen der anhaltenden politischen Spannungen zwischen beiden Staaten werden japanische Kultureinflüsse zunehmend aus dem öffentlichen Leben in China zurückgedrängt – ein Umstand, der sich kürzlich besonders zugespitzt hat.

Zahlreiche Absagen

Am 28. November 2025 wurde der Auftritt von Maki Otsuki abrupt beendet: Während sie beim Bandai Namco Festival in Shanghai das »One Piece«-Ending »Memories« sang, schalteten sich plötzlich die Bühnenlichter und Bildschirme ab. Nur Sekunden später nahm man ihr das Mikrofon weg und führte sie hastig von der Bühne.

Laut ersten Medienberichten sollen chinesische Behörden die Stromversorgung gezielt gekappt haben, um den Auftritt zu beenden. Dieser Vorfall gilt als der bislang deutlichste Esklationspunkt einer Reihe jüngster Aktionen und Zwischenfälle, die sich in den vergangenen Wochen zunehmend gegen japanische Kultur in China richteten.

Nachdem bereits über 30 japanische Musiker – darunter Pop-Ikone Ayumi Hamasaki und Singer-Songwriterin Kokia – ihre Auftritte in mehreren chinesischen Metropolen kurzfristig absagen mussten, treffen die Einschränkungen inzwischen auch Veranstaltungen aus dem Anime- und Manga-Bereich.

Anime-Freigaben zurückgezogen

So hat die chinesische Filmbehörde beispielsweise die Freigabe für mindestens sechs zuvor genehmigte Titel zurückgezogen, darunter Anime-Filme wie »Detektiv Conan: Der tickende Wolkenkratzer« und »Crayon Shin-Chan the Movie: Super Hot! the Spicy Kasukabe Dancers« sowie die Live-Action-Adaption von »Cells at Work!«.

Diese Entwicklung ist für die Anime-Branche überaus besorgniserregend, da China ein wichtiger Markt für das Medium ist. Makoto Shinkais »Suzume« erzielte mehr als die Hälfte seiner globalen Gesamteinnahmen von 221 Millionen US-Dollar in China, während Studio Ghiblis »Der Junge und der Reiher« rund 109 Millionen US-Dollar in chinesischen Kinos einspielte – fast 40 % seines weltweiten Box-Office-Ergebnisses.

Darüber hinaus erwirtschaftete Sony im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von 1,2 Billionen Yen (6,6 Milliarden Euro) mit Videospielen, Musik und Filmen in China, weswegen man auch hier gespannt die Lage beobachten dürfte – schließlich könnte sie die aktuelle Kinoausstrahlung von »Demon Slayer: Infinity Castle« bedrohen. Der Film brachte dort allein an seinem Startwochenende 49,9 Millionen US-Dollar ein.

Politische Gründe

Als möglicher Auslöser dieser jüngsten Einschränkungen gilt eine Aussage der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi zur Lage rund um Taiwan.

Sie betonte dabei unmissverständlich, dass ein chinesischer Militäreinsatz gegen die demokratisch verwaltete Insel die Sicherheit Japans gefährden und eine unmittelbare militärische Reaktion Tokios nach sich ziehen würde.

Ob die Absagen japanischer Veranstaltungen auf einen staatlich verordneten Boykott zurückzuführen sind, wollte Außenministeriumssprecherin Mao Ning nicht bestätigen. Ihre Aussagen ließen jedoch Interpretationsspielraum: Japan habe »die Gefühle des chinesischen Volkes verletzt«, solle »sein Fehlverhalten korrigieren und in Belangen, die China betreffen, keine weiteren Probleme verursachen«.

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Via The Japan Times
©1999 Toei Animation Co., Ltd. ©Eiichiro Oda/Shueisha, Toei Animation

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19 Kommentare
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Akai

Absolut peinlich sollen deren politischen Kindergarten mal lieber unter Politiker klären und nicht unbeteiligten an einer nicht politischen Veranstaltung auf die Nerven gehen

Ich

Da gibt es halt keine wirklichen Unbeteiligten. Das politische Level ist nicht abgegrenzt. Das ist in allen Ebenen vorhanden.

Akai

Das war keine politische Veranstaltung somit sind es klar unbeteiligte Personen davon abgesehen haben die meisten Menschen in China politisch sowieso keinen Einfluss

Juri-chan

Da magst du Recht haben, es ist keine politische Veranstaltung aber das interessiert Xi nicht. Für Ihn ist alles politisch und selbstverständlich wie sein Eigentum. Daher gibt es in China keine Abgrenzungen.

Ich

Es spielt dort aber keine Rolle ob das eine politische Veranstaltung ist oder nicht; alles wird politisch benutzt, was da ist.

Der sauber-Seifen Mann

Tja, dass ist der Preis, wenn man mit einer aufblühenden Diktatur dicke Geschäfte machen will.

Alles muss schön »konform« sein. Filme, Serien, Musik und Games müssen entweder so abgeändert oder gleich korrekt erstellt werden, dass sie die Gefühle des chinesischen Volkes (das Ego der kommunistischen Partei) nicht verletzen.

Marcus Cyron

Wer sich mit dem Tiger ins Bett legt wird halt gefressen. Darum tut man das gar nicht erst.

Der sauber-Seifen Mann

Meine Rede.

Fährmann

Gibt aber scheinbar genug denen bisschen gedrucktes geld so ne wette wert ist. Kann man nur hoffen der schläft und hat kein hunger 😀
Wirtschatflich ist das nunmal ein riesiges nest wovon man sich finanziell weltweit abhängig gemacht. :S

Der sauber-Seifen Mann

Bei Dingen wie seltenen Erden, die essenziel für Chips, Computer usw. sind, ist das eine Sache.

Aber bei Dingen wie Filmen und Musik (die man abändern muss, damit sie der KP gefallen) sieht das für mich anders aus.

Da würd ich lieber aufs Geld verzichten, anstatt mich solchem Druck zu beugen.

Sylphex

Alles nicht sehr überraschend.
In China lernen Kinder in der Schule auch, Japan zu hassen, oder Frauen in Kimonos werden teils beleidigt.

Ich

Sie haben ihre Gefühle verletzt … Wenn das nicht so traurig wäre, könnte man den Satz als Begründung schon lustig finden.

In China ist eben nichts unabhängig. Ein Konzert ist da eben nicht nur ein Konzert. Das Regime ist ja nicht von der Gesellschaft abgegrenzt – die Gesellschaft ist durchzogen davon.

Und wenn China dann irgendwann auf Taiwan zieht, wird man sehen, was passiert. wenn man sich die Weltlage und die Beziehungen anschaut, scheint mir das nämlich gar nicht zu klar und eindeutig zu sein wie man meinen könnte.

Haruyu

Ich wage zu behaupten, dass man mit Fug und Recht sagen kann, dass wir uns wieder in einer Art »Kaltem Krieg« befinden.
Ganz ehrlich, überall auf der Welt brodelt es. Tatsächlich »freundliche« Beziehungen unter Nationen sind rar. Bestenfalls macht man gute Mine zum bösen Spiel, und selbst das nimmt zunehmend ab.

Ich bin jetzt bestimmt keiner, der den »gesellschaftlichen Kollaps« heraufbeschwört. Aber irgendwann knallts, davon bin ich überzeugt.

Mana

Das was man vorne sieht ist in vielen Punkten nur eine Bühne die andere Dinge mit verschleiern soll….es gibt eben schon lange auch genug was man eben so nicht nur sehen kann…

Ich

Dass es knalllt, ist ja keine Frage des Ob, sondern des Wann. Das ist in der Vergangenheit passiert und es wird wieder passieren. Natürlich ist es auch eine Frage des Maßstabes. Aber entscheidend ist: Wer kommt wie und mit welchem Ergebnis daraus hervor.

Nanashii

Sehr traurig das in der heutigen aufgeklärten Welt noch so ein Kaputtes Weltbild wie in China möglich ist. Kann man nur hoffen das dieses Kartenhaus möglichst bald einstürzt, dabei möglichst wenig unschuldige zu schaden kommen und dann dort die Menschen, Firmen usw endlich Frei sind.

Guts

Zu allem Überfluss kommt hinzu, dass sich die Japaner eine neue Premierministerin mit ebenfalls fragwürdigen Weltbild zugelegt haben.

Anime-Conusör

Und genau darum sollte Politik immer technokratisch sein und keine Gefühle haben. Somit wer alles erledigt aber Leute meinen ja immer Gefühle in die Politik fließen lassen zu müssen.

Ich

Politik benötigt Empathie – und dafür braucht man Gefühle. Was man nicht braucht, sind fundamentalistische, extremistische und autokratische Ideologien.