KADOKAWA-CEO setzt auf »Japan First« statt globale Anpassung

In einem Interview über die internationale Expansion und die weltweiten Chancen japanischer Inhalte hob Takeshi Natsuno, CEO und Präsident von KADOKAWA, die erzählerische Bandbreite Japans hervor. Wir fassen zusammen.

Fokus auf Japan

Natsuno erklärte im Gespräch mit Nikkei, dass sich Japan auf dem globalen Markt nicht kleiner machen müsse. Originelle und starke Inhalte würden vor allem dann entstehen, wenn man sie nicht von Beginn an auf den globalen Verkauf ausrichte. Entscheidend sei für ihn daher ein klarer »Japan-First«-Gedanke:

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»Wenn man Inhalte schafft, die sich in Japan verkaufen, dann werden sie sich auch im Ausland verkaufen. Es ist notwendig, eine große Vielfalt an geistigem Eigentum zu schaffen, ohne dabei Kompromisse bei der Qualität einzugehen.«

Diese Sichtweise ist keineswegs ungewöhnlich, wie die letzten Wochen verdeutlicht haben. »Evangelion«-Schöpfer Hideaki Anno vertritt ebenfalls die Auffassung, dass sich internationale Fans japanischen Werken anpassen sollten – und nicht umgekehrt.

Auch Tomohiko Ito, Regisseur von »Sword Art Online«, äußerte sich kürzlich kritisch zu einer zu starken Ausrichtung auf internationale Zielgruppen.

Ein übermäßiger Fokus auf vermeintliche globale Attraktivität könne seiner Ansicht nach sogar zum Misserfolg führen, da sich das japanische Bild davon, was im Ausland gut ankommt, von der tatsächlichen Nachfrage unterscheiden könnte.

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Via Nikkei
© REKI KAWAHARA/PUBLISHED BY KADOKAWA CORPORATION ASCII MEDIA WORKS/SAO Project

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Marcus Cyron

Woher kommt überhaupt der Gedanke, Jemand müsse sich Irgend etwas anpassen? Weder müssen die Animes sich mir anpassen, noch werde ich mich ihnen anpassen. Das alles wird viel zu hoch gehängt. Es gibt doch kaum Probleme bei all dem. Manga/Anime ist doch ohnehin schon eine sehr gelungene Verschmelzung von West und Ost. Ich verstehe diese Debatten nicht.

Ich

Das mag ja so erstmal in Ordnung sein. Aber: Wenn man dann doch direkt von Anfang an Anpassungen vornimmt, um in den chinesischen Markt zu kommen … bleibt von der Einstellung auch nicht viel übrig würde ich meinen.

Der sauber-Seifen Mann

War auch mein Gedanke. Wenn aber der chinessische Markt so »lukrativ« ist, werden schnell Moral und Prinzipien über Bord geworfen, wenn das große Geld winkt.

Quendi

Naja die Anpassungen die teilweise für den chinesischen Markt kommen und das was der »Westen« als Anpassungen haben will sind Meilen entfernt. Welche Anpassungen kommen denn für China? Darstellung von Knochen manchmal und von Blut teilweise. Der Westen? Ganze Änderungen von der Story bis hin zu den Charakteren und was besagte Charaktere in der Story sagen. Von der Zensur mal ganz zu schweigen.

Tut mir leid aber der Grund warum der CEO diese Aussage trifft ist nunmal basierend darauf das immer und immer wieder der Westen die Stories in ihrem Kontext teilweise stark verändert haben sei es nun durch die Übersetzung oder durch die VA’s.

Und ist nunmal klar das die Leute die diese Werke tatsächlich herstellen irgendwann die Schnauze voll davon haben wenn ihre Werke durch Ideology abgeschlachtet werden.

Ich mein wenn wir im »Westen« schon so weit sind das selbst »Christmas« als wort abgeschlachtet wird…Dann macht die Aussage sehr viel mehr Sinn.

Ich

Wenn die Anime schon in der Konzeptionsphase so angepasst werden, dass sie nach China gehen können, braucht man es ja auch hinterher nicht zu zensieren; dann wirkt es wie gewollt.

Und ist nunmal klar das die Leute die diese Werke tatsächlich herstellen irgendwann die Schnauze voll davon haben wenn ihre Werke durch Ideology abgeschlachtet werden.

Und in China geht es nicht um Ideologie? Das wäre ja was ganz neues …

Guts

Hab mal Bilder von Edens Zero/Fairy Tail gesehen, dort wurden die Küsse im Anime zensiert bzw. der Blickwinkel so geändert, dass der Kontakt nicht mehr sichtbar war. Auch bei Ex Arm wurde ein Leuchten über einen Kuss gelegt. Das stinkt schon sehr nach chinesischer Anpassung, der Rest der Welt bekommt das dann auch aufgedrückt, weil Japan keine zwei Fassungen produzieren will. Auch das Ranma 1/2 Remake ist so ein Fall, die stümperhaften Zensuren dürfen wir hier dann auch »genießen«.

Guts

Der Unterschied ist, dass in China die Anpassungen quasi staatlich verordnet werden (dazu gehören selbstverständlich auch massive inhaltliche Eingriffe), im »Westen« ist gesetzlich theoretisch alles das möglich, was auch in Japan machbar wäre, je nach Land hat man sogar mehr Freiheiten als in Japan selbst. Wenn mal etwas geändert wird, dann findet das meist auf »privater« Ebene der Firmen statt, das sollte man dann auch klar dahin adressieren und nicht so tun, als würden das alle machen. Auch sollte man nicht vergessen, wie die Wahrnehmung der Japaner vom Westen ist, diese strotz nur so vor Klischees. Und wenn diese Klischees dann auch nach in die Produktion der Anime mit einfließen, weil irgendein japanischer CEO meint, der Westen würde das gerne so oder so haben, obwohl wirklich keiner danach gefragt hat, dann liegt das Problem ja wohl in Japan selbst.

Staarbreeze

Ich glaube das werden sie auch nicht mehr tun. Nachdem was vorgefallen ist mit der Premier-Ministerin, wird es eher so sein, das nun alle Mangas und Animes dort verboten werden.

Da haben die Publicher schlichtweg keine andere Wahl, als auf das Publikum daheim und im Westen zu vertrauen.

Guts

Das war doch der, der vor ein paar Jahren wegen einer Zensuräußerung zu genau diesem Thema in Erklärungsnot geriet. Ich habe da so meine Zweifel, ob er das so ernst meint, im Kleingedruckten steht dann »Ausgenommen China, für die passen wir uns gerne an!«, denn man möchte seinen Anteilseigner schließlich nicht verärgern 😉

twxxle

Stimme ich voll zu. Anime und Manga sollten sich nicht auf Krampf westlichen Vorstellungen anpassen müssen. Damit würden sie nur das verlieren, was sie erst zu Anime und Manga macht.

sidratho

Vielleicht muss der Chef eines großen Unternehmens ja so denken und sein Augenmerk auf die Ausrichtung des Marktes konzentrieren.
Im Grunde genommen ist die Sache aber doch recht einfach: wenn Autoren, Kreative und Produzenten japanischer Inhalte hinter dem stehen, was sie veröffentlichen, dann ist schon einmal ein großer Schritt in Richtung Qualität getan. Dann ist es auch nicht nötig, dass internationale Fans sich, wie Hideaki Anno meint, an die Inhalte anpassen müssen. Vielmehr wird es auch in Zukunft so sein, wie bisher: jedes Mitglied der internationalen Gemeinschaft entscheidet für sich, ob es mit dem konkreten Inhalt etwas anfangen kann, oder nicht.
Dass auch außerhalb Japans viele Menschen bereit sind, sich grundsätzlich auf japanische Inhalte einzulassen, haben sie längst bewiesen, sonst wären sie keine Fans von dieser Produkte. Insofern hat Tomohiko Ito schon recht, wenn er meint, man könne sich mit der Einschätzung des internationalen Marktes auch irren.

Richard2.0

Zuletzt hat Kadokawa doch erst Charaktere in Re:Zero Staffel 3 extra für den internationalen Markt zensiert.

Miror

Ok, erst dachte ich, es geht darum, den globalen Markt an zweite Stelle zu stellen, aber es geht um die Kunst an sich, dass man sich von niemandem reinreden lässt. Da bin ich absolut dafür. Animes sollen so sein, wie sie sind, und dürfen nicht an westliche Vorstellungen angepasst werden. Ich liebe Anime, so wie sie sind.
nur diesen satz verstehe ich nicht ganz »Wenn man Inhalte schafft, die sich in Japan verkaufen, dann werden sie sich auch im Ausland verkaufen. Es ist notwendig, eine große Vielfalt an geistigem Eigentum zu schaffen, ohne dabei Kompromisse bei der Qualität einzugehen.«

Ja und nein. Siehe SoloLeveling: Ist in Japan nicht so beliebt, dafür aber beim Rest der Welt.
Ok, Vielfalt ohne Kompromisse. verstehe Ich unterschreibt ja meine Aussage am Anfang. Aber was soll das mit der Qualität, die leider schon seit längerem am Sinken ist? Was hat da der globale Markt mit zu tun?

Guts

Und Solo Leveling wurde darüber hinaus extra für den japanischen Markt umgeändert/zensiert. Ist Kadokawa nicht sogar der japanische Publisher von SL, der dafür verantwortlich war? Auf der einen Seite also propagieren, man solle sich nicht für andere Märkte verbiegen (»Japan-First«), dann aber selbst schamlos ausländische Inhalte zensieren, grenzt schon an Heuchelei …

Vision

Mein gedanke gerade.
Wenn solche sachen erst in Japan kommen, ob das nicht wieder die Illigalen Seiten pushen würde.

Marine

Sich mit Anime an den Westen anpassen wäre ohnehin schwierig, es gibt ja kaum noch original Anime und meistens kriegen wir mittlerweile Light Novel Adaptionen von japanischen Hobbyschreibern die von Verlägen entdeckt werden die sicher überhaupt nicht an den Westen denken wenn sie schreiben.

Teru

Kann ich voll und ganz unterschreiben !!!!!

Anime1999990

Sollten besser umsetzen nicht nur aus Werbung richtig Manga oder Novel umsetzen nix weglassen wie Shaman King 52 folgen über 300 Kapitel haben geschrieben das komplett umsetzen

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