KI statt Nachwuchs? Animatorin äußert Sorgen um Anime-Branche

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Anime-Produktion sorgt weiterhin für Diskussionen – und nun hat sich auch eine erfahrene Animatorin kritisch zu Wort gemeldet. Wir fassen nachfolgend zusammen.

Zweifel an KI-Versprechen

Terumi Nishii, die unter anderem als Chief Animation Director an »Jujutsu Kaisen« sowie am Remake von »Rurouni Kenshin« beteiligt war, äußerte kürzlich Zweifel an den Aussagen vieler großer Produktionsunternehmen, künftig auf den Einsatz von generativer KI verzichten zu wollen.

Konkret stellte sie infrage, ob entsprechende Versprechen – etwa von Aniplex – in der Praxis überhaupt umsetzbar seien. Denn selbst wenn einzelne Unternehmen auf KI verzichten würden, könnten beauftragte Studios diese Technologie bereits fest in ihre Arbeitsprozesse integriert haben.

Laut Nishii werden zum Teil bereits Storyboards oder erste Layouts von KI generiert, ehe diese dann von menschlichen Künstlern weiter ausgearbeitet werden.

Rurouni Kenshin

Branche im Wandel

Darüber hinaus sieht die Animatorin die Gefahr, dass ein verstärkter Einsatz von generativer KI langfristig negative Auswirkungen auf die Branche haben könnte. Insbesondere die Förderung neuer Talente könne darunter leiden, wenn Produktionsprozesse zunehmend automatisiert werden würden.

Allerdings dürften auch ökonomische Aspekte eine zentrale Rolle spielen. Denn ein Unternehmen, das Effizienz steigern und höhere Produktionsmengen erreichen will, wird den Einsatz künstlicher Intelligenz wohl kaum vermeiden können.

Die Debatte über künstliche Intelligenz in der Anime-Produktion wird vermutlich noch lange andauern. Ob sich dabei jedoch ein gemeinsamer oder einheitlicher Umgang etabliert, bleibt offen. Wir bleiben in jedem Fall an dem Thema dran.

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Rurouni Kenshin

Via X
© Nobuhiro Watsuki, Aniplex

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13 Kommentare
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Ich

Um mal die Frage des Titels aufzugreifen:

KI statt Nachwuchs?

Darauf läuft es doch hinaus, wenn es nach den Firmen geht. Bei KI braucht man sich nicht um sowas wie Arbeitsrecht, ordentlich Bezahlung, Urlaub oder Krankheit zu kümmern; das ist doch viel bequemer. Ja, es braucht Wartung. Aber wenn man die Belegschaft eindampft, fällt das dann eh nicht ins Gewicht. Ob da das, was dabei rauskommt mangelhaft ist, spielt dann auch keine große Rolle mehr, wenn man damit schnell Geld machen kann.

Und seien wir mal ehrlich: Den meisten Zuschauern ist es auch egal ob das von KI kommt oder nicht. Für die zählt nur, dass sie was zum Konsumieren haben. Die Konsequenzen sind egal. Dass dann die Leute, die das seit vielen Jahren unter schwierigen Bedingungen produziert haben ihren Job verlieren … das ist dann halt so. Das interessiert ja nicht; da ist ja keinerlei Respekt für die Leistung da.

Und bevor jetzt jemand kommt und sagt, dass das alles ja so nicht ist: Doch das ist so. Denn genau so sind die Menschen.

Ryu

Schön gesagt 👍

kjkjkjkjkjkjkjk

Was lässt dich glauben, das KI produzierte Inhalte mangelhaft sind? Mittlerweile sind sie das ja eben gerade nicht mehr. DAS ist ja gerade das Problem.

KOLWE-X

Hast du Beispiele? Gerade auf YT tummeln sich ja Unmengen an KI generierten Videos und die wirken immer zu künstlich bzw. unrealistisch.

Ich

Mittlerweile sind sie das ja eben gerade nicht mehr. DAS ist ja gerade das Problem.

Selbst wenn sie das nicht mehr wären, wäre das nicht das Problem. Darum ging es auch in meinem Kommentar nicht. Und der Satz, der das anspricht zielt auf etwas anders ab.

AsIFall

Und seien wir mal ehrlich: Den meisten Zuschauern ist es auch egal ob das von KI kommt oder nicht. Für die zählt nur, dass sie was zum Konsumieren haben.

Da hast du leider recht. Mir ist es nicht egal, dass KI kommt und Arbeitskräfte ersetzt. Mir wäre es auch lieber, dass sich die Anzahl der produzierten Animeserien pro Season reduziert und dafür die Qualität hochwertiger wird. In den letzten Jahren gab es so viele Produktionen, dass:

a) man gar nicht mehr hinterher kam

b) die Qualität der meisten Serien aufgrund der Arbeitszustände (schlechte Bezahlung, [unbezahlte] Überstunden, Urlaubsverweigerung, etc.) stark gelitten hat

c) viele Serien aufgrund der in b) genannten Zustände kurz vor dem Start verschoben oder während der Ausstrahlung unter- bzw. abgebrochen werden mussten, da die Qualität minderwertig war

d) einige Wenige sich eine goldene Nase verdienen wollen und zur Verschärfung der Problematik beitragen

Aber gut, der Late-Stage-Kapitalismus ist nun auch im Anime eingekehrt und er wird nicht mehr oder nur sehr schwer wieder zu entfernen sein.

Ich wünschte, dass man mehr Titel via Crowdfunding realisieren würde, dass Geld zusammengelegt und dann wenn das Ziel erreicht ist, ein Studio kontaktiert wird, die den Titel dann mit eben jenen finanziellen Mitteln produziert wird und das Studio dabei möglichst frei arbeiten kann. Ich weiß nur, dass der »Dropkick on My Devil«-Anime über Crowdfunding finanziert und realisiert wurde.

PS: Ich habe nichts per sé gegen den Einsatz von KI bei der Arbeit, solange diese als unterstützendes Hilfsmittel für den Arbeitnehmer zum Einsatz kommt und diesen nicht ersetzt. Aber Crunchyroll hat ja gezeigt, wie man es nicht machen sollte oder auch Netflix mit ihrer KI-Klausel in den Synchronsprecherverträgen.

»1984« lässt grüßen…

Ryu

»KI statt Nachwuchs?« Darauf läuft es am Ende hinaus.

Roque

Tja Gewinnmaximierung statt Talentmaximierung. Hört man leider überall und in allen Branchen. Wenn sich das mal nicht in ein paar Jahren rächen wird, dann weiß ich auch nicht.

KnSNaru

Irgendwann wird auch mein PC nur noch eine KI sein und die Embleme von Intel, NVIDIA, AMD, Infineon, Renesas und Co. KG klaffen als Hologramme vor Augen.

Ai Hoshino

Sehr traurig. Eine ki gehört nicht in künstliche Prozess. Ich hoffe das verstehen die Japaner!

Wisteria

Weniger Animes dafür qualitativ hochwertige Produktionen. Klingt schön wird aber auch nicht mehr passieren. Daher finde ich das man der Anime Branche wirklich wieder mehr Luft geben muss um sich gesund zu schrumpfen, wird auch nicht mehr passieren . KI lässt sich nicht mehr vermeiden, wobei ich die Erfahrung schon gemacht habe, das KI für viele Kunden zur Alternative wurde um günstig an ihr Produkt zu kommen (Grafik Design).
Ich muss um jeden Kunden kämpfen der immer sagt KI ist billiger und dann am Preis feilschen weil sie es billig und kein hochwertiges Endprodukt wollen weil das kostet was . Leistung zählt nicht mehr. Es kommt nicht darauf an das sich die Designs gleichen und Massenware wird. Es ist immer gelogen wenn jemand sagt »KI wird nur unterstützend Verwendung finden« Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, am Allerwertesten.

Guts

Das wird sich hoffentlich wieder legen, denn man merkt, dass diese Kunden keinerlei Plan von Grafikdesign haben, denn es ist immer wieder dieser elende braune KI-Look, der für Poster, Logos, Grafiken etc. verwendet wird. Irgendwann werden die Kunden diese Phase auch überwunden haben und peilen, wie das Alleinstellungsmerkmal und der Wiedererkennungswert des eigenen Unternehmens dadurch flöten geht. Gilt auch für den Bewegtbildbereich, dort wird auch nur ein einziger KI-Look von allen verwendet. Was mir auch aufgefallen ist, die Werbungen, die KI verwenden, sind nicht nur optisch sondern auch inhaltlich überdurchschnittlich anspruchslos.

Wisteria

Na das Problem ist das durch corona viele selbständige Grafiker wie ich, schon enorme einbußen hatten. Die KI macht den Umstand nicht besser, was diese Situation in der viele Grafiker stecken nicht besser macht. Wann diese Phase endet könnte für viele Grafiker zu spät sein.