Der japanische Medienkonzern KADOKAWA geht derzeit rechtlich gegen drei YouTuber aus Südkorea vor – und konnte nun vor einem US-Gericht einen wichtigen Erfolg erzielen. Wir fassen nachfolgend die Details zusammen.
Streit um Anime-Zusammenfassungen
Bereits seit Januar 2026 läuft ein von KADOKAWA angestoßenes Verfahren gegen drei YouTube-Kanäle, auf denen Zusammenfassungen verschiedener Anime-Episoden mit Originalausschnitten und koreanischer Sprecherbegleitung veröffentlicht werden.
Der Verlag stuft diese Inhalte als Piraterie ein und möchte daher mithilfe einer beantragten DMCA-Vorladung die Identität der Kanalbetreiber feststellen lassen. Zu den betroffenen Werken zählen unter anderem »Once Upon a Witch’s Death«, »A Ninja and an Assassin Under One Roof« und »Oshi no Ko«.
Die YouTuber berufen sich dagegen auf das US-amerikanische Fair-Use-Prinzip. Ihrer Ansicht nach sei die Nutzung zulässig, da lediglich kurze Ausschnitte des Originalmaterials verwendet und durch eigene Kommentare ergänzt würden.
Einer der Betreiber erklärte etwa, weniger als zehn Prozent einer Episode verwendet und dabei wichtige Wendungen sowie das Ende bewusst nicht gezeigt zu haben.

Gericht widerspricht Fair-Use-Argumentation
Das zuständige US-Gericht folgte dieser Argumentation jedoch nicht. Richterin Trina L. Thompson kam zu dem Schluss, dass die Videos die geschützten Werke überwiegend beschreiben und nacherzählen, anstatt sich beispielsweise in Form von Kritik oder Parodie auf ausreichend transformative Weise mit ihnen auseinanderzusetzen.
Damit wurde der Antrag der YouTuber abgelehnt, das von KADOKAWA angestrebte Auskunftsverfahren zu stoppen. Der Medienkonzern kann somit weiterhin versuchen, über eine DMCA-Vorladung Informationen von YouTube beziehungsweise Google zu erhalten, um die Personen hinter den drei Kanälen eindeutig zu identifizieren.
Eine grundsätzliche Entscheidung darüber, dass Anime-Recaps auf YouTube gegen das Urheberrecht verstoßen, ist damit jedoch nicht gefallen. Ob eine solche Verwendung zulässig ist, hängt weiterhin von der konkreten Gestaltung und dem Umfang des verwendeten Materials ab.
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Via Torrentfreak
© Saka/KADOKAWA/Once Upon a Witch’s Death Production Committee
Interessant. Der Youtuber sagt, er zeige nicht so viel Inhalt, aber das Gericht war der Meinung, dass das eben nicht ausreichend genug abgeändert wurde. Man müsste jetzt natürlich die Videos kennen, um sich da ein Bild machen zu können.
Ohne das zu kennen, wird es schwierig; da braucht man auch nicht gleich wieder pauschal loszuschreien ‚Die bösen Japaner!‘. Außerdem war es ja eh die Entscheidung eines US-Gerichts.
aber grundsätzlich ein interessanter Fall. Mehr Details wären eben gut.
Die original verlage werden immer mehr zu den feinden der Fans so bringt man Leute nicht dazu mehr zu kaufen, aber eins muss man ihnen lassen in negativ Werbung machen sind sie perfekt
Ich persönlich finde solche zusammengefassten Recaps gar nicht mal so schlecht und schaue gerne mal in so etwas rein. Dadurch habe ich bisher nicht nur eine Serie entdeckt, die ich danach regelrecht durchgesuchtet und teilweise auch als Bluray ins Regal gestellt habe.
Allerdings sollte man hier unterscheiden zwischen den reinen Recaps, die in 10 bis 20 Minuten eine komplette Staffel, manchmal sogar eine komplette Serie zusammenfassen, und den detaillierten Nacherzählungen, die eine 6-Stunden-Sraffel in 3 Stunden fast wörtlich nacherzählen. Letztere sind imho schon sehr nah am Copyright-Verstoß.
Wenn ich bedenke wieviele Amerikaner und auch Deutsche das machen Reactions die je nach Cutting die komplette Episode meist auf ca 10 Minuten Mitschnitt zeigen und während das läuft ihre Kommentare bzw eben Reaction zeigen und damit nun mal auch als Content bestenfalls Geld mit verdienen, erklärt sich das von alleine
Dumm von Kadokawa. Da hat Jemand offenbar den Zeitgeist nicht verstanden. Wenn sie das nicht wollen, sollen sie selbst brauchbare Recaps machen. So gegen die Fans zu agieren, ist schon dämlich. Lose-lose-Situation.
Wundert mich dass sie nicht eher die Reaction Channels angehen wo man den überwiegenden Teil der Episoden sehen kann und die volle Reaction hinter Patreon zu sehen ist. Ich persönlich finde jedoch generell nicht gut dass sie gegen begeisterte Fans vorgehen, ich verstehe aber natürlich warum sie es machen. Ich schätze so richtig safe ist man nur wenn man bei einer Reaction nur den Timer und sonst nichts zeigt und bei Kommentaren nur ganz kurze Clips oder Screenshots aber das ist dann nicht wirklich interessant und man geht automatisch zu einem anderen Channel wo man mehr sehen kann.
Kadokawa (Mages) ist generell momentan sehr strikt und droht ja allen Spielern mit Copyright Strikes wenn sie das neue Steins;gate Reboot streamen.