Der Anime-Anbieter Crunchyroll sieht sich erneut mit einer Sammelklage konfrontiert. Hintergrund sind angebliche Verstöße gegen den US-amerikanischen Video Privacy Protection Act (VPPA). Wir fassen die wichtigsten Details zusammen.
Erneute Vorwürfe
Laut Klageschrift soll Crunchyroll personenbezogene Daten seiner Nutzer ohne deren Zustimmung an Dritte weitergegeben haben. Dazu zählen unter anderem E-Mail-Adressen, Geräte-IDs sowie Informationen über die auf der Plattform angesehenen Anime-Titel – also konkrete Nutzungsgewohnheiten.
Entsprechende Datenübermittlungen sollen seit mindestens 2022 stattfinden. Die Vorwürfe wiegen besonders schwer, da Crunchyroll bereits im Jahr 2023 in einer ähnlichen Angelegenheit mit Datenschutzbezug verklagt wurde.
Im Fokus der aktuellen Klage steht ein in der Crunchyroll-App eingebettetes Software Development Kit (SDK) des Marketingunternehmens Braze (ehemals Appboy). Dieses dient unter anderem dazu, personalisierte Benachrichtigungen, In-App-Nachrichten und E-Mail-Kampagnen zu ermöglichen.
Durch dieses SDK sollen automatisch Daten wie die Geräte-ID, die E-Mail-Adresse sowie die konkret angesehenen Inhalte an Braze übermittelt worden sein. Diese Kombination ermöglicht es laut Klageschrift, einzelne Nutzer eindeutig zu identifizieren und ihr konkretes Sehverhalten nachzuvollziehen.

VPPA schützt Privatsphäre
Gerade bei Anime-Inhalten, die häufig Gewalt oder sexuelle Darstellungen enthalten, ist die Wahrung der Privatsphäre für viele Nutzer besonders relevant. Genau hier setzt der VPPA an: Das US-Gesetz verbietet die Weitergabe personenbezogener Daten im Zusammenhang mit Videonutzungsverhalten ohne ausdrückliche Zustimmung.
Die Kläger fordern einen Schadenersatz von 2.500 US-Dollar pro Verstoß. Angesichts von über 17 Millionen Abonnenten und mehr als 100 Millionen registrierten Nutzern könnte sich daraus theoretisch eine enorme Gesamtsumme ergeben.
Allerdings fallen solche Verfahren in der Praxis oft deutlich moderater aus. So zahlte Crunchyroll im Rahmen des zuvor erwähnten ähnlichen Falls im Jahr 2023 rund 31 US-Dollar pro betroffenem Nutzer – insgesamt etwa 16 Millionen US-Dollar.
Eine offizielle Stellungnahme von Crunchyroll zu den aktuellen Vorwürfen steht bislang noch aus. Wir halten euch über den Ausgang des Verfahrens auf dem Laufenden.
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Quelle: Cabonios gegen Crunchyroll, LLC (2:26-cv-02373), Bezirksgericht, C.D. Kalifornien via animecorner.me
© Crunchyroll

Das ist in meinen Augen eine Schweinerei. Das muss ich mal so deutlich sagen.
Das ist Alltag. Die meisten Presseagenturen verkaufen ihre personenbezogenen Daten an Werbepartner – wie sonst finanzieren die sich?
Sie stellen für ihre Communitys kostenfrei Plattformen zur Verfügung, für deren Nutzung die Besucher mit ihren Daten bezahlen. Oder willst Du, dass zukünftig ganz PCGH zu einem Plus-Abo wird oder Windows wieder kostenpflichtig?
Nur ist Crunchyroll keine Kostenlose Plattform und Windows ist auch Kostenpflichtig, der Preis für Windows ist im Kaufpreis des Pc Inbegriff, sofern Windows schon drauf ist.
Für Besitzer von einer bestandenen Lizenz für Windows 7 oder Windows 8/ 8.1 erfolgte das Upgrade auf Windows 10 kostenlos. Das Upgrade auf Windows 11 ist ebenso kostenlos.
Nicht jeder Anwender erwirbt sich eine Windows-Lizenz mit dem Kauf eines vorkonfigurierten PCs (Bulk).
Windows-Lizenzen in einem Bulk zu erwerben, davon rate ich ab: Es handelt sich um ein eingeschränktes Preinstallation-SLIC; diese bestehenden in der Regel aus abgespeckten Editionen und sind an die vorkonfigurierte Hardware gebunden, ergo nicht auf andere Hardware übertragbar. Ich empfehle den Erwerb von einer System-Builder-Lizenz. Diese ist per OSB erhältlich als aucb per Non-OSB, sodass auch Retail-und Volumenlizenzen zu erstehen sind.
Im Normalfall muss niemand mehr nachträglich eine Windows-Lizenz kaufen, weil man die neuesten OS-Versionen durch kostenlose Upgrade erhalten hat. Ich benutze eine Retail-Lizenz, diese sich jederzeit von Gerät zu Gerät übertragen lässt und auf bis zu drie Geräten gleichzeitig genutzt werden darf.
Die Upgrades sind gratis, ja. Aber man muss Windows ja erstmal haben. Und das kostet auf die ein oder andere Weise Geld.
Crunchyroll ist ja nicht (mehr) kostenlos. Und Windows ist auch nicht kostenlos; entweder man kauft es einzeln und bezahlt die Lizenz oder das ist im Kaufpreis eines neuen PC’s eingepreist.
Und nur weil das andere Dienste so machen, macht es das ja nicht besser, dass das hier auch geschieht.
In dem betonten Sachverhalt des Artikels geht es explizit um die Weitergabe von nicht-anonymisierten Daten wie die E-Mail-Adresse.
Nutzerstatistiken auf Basis von Telemetriedaten stellen in der Regel keine Komplikation dar. Die Weitergabe von E-Mail-Adressen können -oder gar »werden«- von Drittanbietern dafür ausgenutzt, um diese mit Angeboten zuzuhäufen.
Es geht darum, dass man Daten weitergibt – ohne Zustimmung. Und das macht man nicht.
Do what you want, cause a pirate is free. You are a pirate!
Gut das ich mein Crunchyroll Abo gekündigt habe. Hole entweder auf Blu-ray oder DVD oder Segel die Meere.
In den Artikel vermisse ich die Info ob und falls ja wie man sich der Sammel Klage anschließen kann.
Es handelt sich hier ja um eine Klage in den USA; da glaube ich nicht, dass man sich als hiesiger Nutzer respektive hiesige Nutzerin daran beteiligen kann. Es wäre da ja auch die Frage, ob das auch die Nutzerschaft hier in Europa betrifft oder eine amerikanische Angelegenheit ist.
Ich glaube nicht, weil die EU gegen die Weitergabe und Einsicht in die Nutzerdaten von einer Person ohne Einwilligung durch dieser (s. AGB) stringent vorgeht.
Wir kennen die ganze Thematik noch von vor wenigen Jahren, als es um Facebook UND AUCH Microsoft gegangen ist, diese ihre Software und Datenspeicheurng für EU-Bürger (einschließlich in Brasilien) anpassen mussten.
Dann müsste man da wohl in der EU klagen schätze ich mal. Da es hier ja um eine Klage in den USA geht, wird das wohl auf nationaler Ebene laufen.
Im Raum steht der Vorwuf gegen Crunchyroll in den USA. Es sollte klar sein, dass Crunchyroll in der EU nach anderen Rechtsbestimmungen auftritt. Die USA sehen in der Behandlung von Kundendaten weniger restriktive Rechts´bestimmungen vor, diese in der EU nicht geltend sind.
Also, bevor hier jemand meine, er müsse auch in der EU eine solche Petition lostreten; Crunchyroll darf keine Kundendaten mehr auf US-Servern bereitstellen.