Während des International Manga Anime Festival Reiwa Toshima (IMART) sprachen Vertreter des Verlags Kodansha über die anfänglichen Bedenken bei der Anime-Adaption von »Attack on Titan«. Wir fassen die wichtigsten Details zusammen.
Schlechte Prognosen
Heute gilt »Attack on Titan« – sowohl als Manga als auch als Anime – zweifellos als weltweites Phänomen. Wie sich nun allerdings herausstellte, verlief der Weg zur Anime-Adaption zunächst alles andere als reibungslos.
Laut Produzent Yohei Ito ging man innerhalb des Verlags davon aus, dass das Projekt scheitern würde. Der Grund: Die Serie behandelt äußerst düstere Themen und verzichtet vollständig auf sogenannte »Moe«-Elemente, also bewusst niedlich gestaltete Figuren.
Zum Start der ersten Staffel im Jahr 2013 war die Anime-Branche stark von genau diesem »Moe«-Trend geprägt. Niedliche und liebenswerte Charaktere galten als verlässlicher Garant für kommerziellen Erfolg, insbesondere durch Merchandise-Verkäufe. »Attack on Titan« passte jedoch überhaupt nicht in dieses Schema.

Zuversicht zahlte sich aus
Hinzu kam, dass Streaming-Dienste damals noch keine große Rolle spielten und der internationale Markt weitgehend unerschlossen war.
Das Produktionsteam konnte sich daher nicht auf zusätzliche Einnahmen aus dem Ausland oder digitalen Plattformen verlassen. Ohne den »Moe«-Faktor wurde die Serie somit als erhebliches finanzielles Risiko eingestuft.
Dennoch wurde das Projekt letztlich realisiert – maßgeblich dank der Unterstützung von Masatoshi Tsunoda, dem Leiter der Rechtsabteilung bei Kodansha. Er bezeichnete die Entscheidung als berufliche und moralische Verpflichtung, unabhängig von den Prognosen. Schließlich hatte Hajime Isayama dem Verlag sein Werk anvertraut.
Diese Zuversicht zahlte sich aus: »Attack on Titan« setzte neue Maßstäbe im Anime- und Manga-Bereich. Im Jahr 2021 war die Serie die weltweit meistgesehene TV-Produktion und damit die erste nicht-englischsprachige Serie, die diesen Titel erreichte. Zudem wurde sie mehrfach bei den Crunchyroll Anime Awards ausgezeichnet, zuletzt mit dem »Global Impact Award«.
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Via Denfaminico Gamer
©Hajime Isayama, KODANSHA/“ATTACK ON TITAN” The Final Season Production Committee.