Disc-Review: »ALL YOU NEED IS KILL« – Collector’s Edition

Anfang dieses Jahres feierte die Anime-Adaption von »ALL YOU NEED IS KILL« ihre Premiere in den japanischen Kinos. Seit Oktober 2026 ist der actionreiche SciFi-Film dank KSM Anime auch hierzulande auf Blu-ray erhältlich. Wir haben uns die Collector’s Edition angesehen und verraten euch, wie uns die Umsetzung gefallen hat.

Stirb. Erwache. Kämpfe. Wiederhole.

Inmitten einer zerstörerischen Alien-Invasion kommt die junge Rita im Gefecht ums Leben – doch anstatt zu sterben, beginnt derselbe Tag immer wieder von vorn. In der unerbittlichen Zeitschleife muss sie den Schrecken des Krieges und ihren eigenen Tod unzählige Male durchstehen.

Erst als sie Keiji begegnet, der das gleiche Schicksal teilt, keimt Hoffnung auf: Zusammen suchen sie einen Weg, den Kreislauf zu beenden und die Menschheit zu retten.

Zwei starke Stimmen für Rita und Keiji

Die deutsche Synchronfassung von »ALL YOU NEED IS KILL« entstand bei Think Global Media. Für die Dialogregie und das Dialogbuch war Levin Jäger (»Angel’s Egg«) verantwortlich. In den Hauptrollen sind Franciska Friede (Chise Hatori in »The Ancient Magus’ Bride«) als Rita Vrataski und Constantin von Jascheroff (Tanjiro Kamado in »Demon Slayer) als Keiji Kiriya zu hören.

Franciska Friede überzeugt in der Rolle von Rita, die sich zunächst entschlossen gegen die außerirdische Bedrohung stellt, durch die ständigen Wiederholungen jedoch zunehmend an ihre Grenzen gerät. Ihre wachsende Verzweiflung und die damit verbundenen emotionalen Ausbrüche kommen in der deutschen Fassung gut zur Geltung. Die Sprecherin vermittelt dabei sowohl Ritas kämpferische als auch ihre verletzliche Seite.

Constantin von Jascheroff steht ihr als Keiji stimmlich in nichts nach. Seine Figur entwickelt sich vom eher zurückhaltenden Unterstützer zu einem mutigen Mitstreiter, der zunehmend selbstbewusster auftritt. Diese Veränderung wird durch seine Sprecherleistung nachvollziehbar begleitet. Die beiden Hauptstimmen harmonieren gut miteinander und tragen einen wesentlichen Teil der emotionalen Szenen.

Mit Diana Borgwardt, Josephine Schmidt und Tobias John von Freyend sind weitere erfahrene Stimmen vertreten. Die Nebenrollen fügen sich gut in die deutsche Fassung ein, ohne negativ aufzufallen. An der Synchronisation gibt es insgesamt wenig auszusetzen, zumal sowohl die ruhigeren Dialoge als auch die intensiveren Auseinandersetzungen stimmlich überzeugen.

Collector’s Edition mit Einblicken hinter die Kulissen

»ALL YOU NEED IS KILL« entstand unter der Regie von Kenichiro Akimoto im Studio STUDIO4°C. Der rund 86-minütige Anime-Film basiert auf der gleichnamigen Romanvorlage von Hiroshi Sakurazaka und interpretiert die Geschichte mit einem stärkeren Fokus auf Rita neu.

Die Collector’s Edition erscheint als Amaray im Schuber. Erfreulich ist, dass der FSK-Hinweis weder auf dem Schuber noch auf der Amaray aufgedruckt wurde. Zur Ausstattung gehören außerdem drei Artcards und ein Wendecover.

Auf der Disc findet sich eine umfangreiche Auswahl an Bonusmaterial. Neben einer Artgallery gibt es Storyboards mit Regiekommentar sowie Szenenanalysen des Regisseurs. Hinzu kommt die »Director & Cast Pre-Screening Discussion«. Trailer zu weiteren Anime-Titeln von KSM Anime sind ebenfalls enthalten.

Das Bild wird im Format 2,35:1 (16:9) dargestellt. Für den deutschen und japanischen Ton steht jeweils DTS-HD Master Audio 5.1 zur Verfügung. Deutsche Untertitel sind ebenfalls enthalten.

Gemeinsam gegen die endlose Wiederholung

Mehr als zwei Jahrzehnte nach der Veröffentlichung von Hiroshi Sakurazakas Roman erhält »ALL YOU NEED IS KILL« eine weitere Adaption. STUDIO4°C erzählt die Geschichte diesmal aus Ritas Perspektive und gibt der bekannten Zeitschleifenhandlung damit einen eigenen Schwerpunkt. Neben den Kämpfen gegen die außerirdischen Gegner interessiert vor allem, was die endlosen Wiederholungen mit einem Menschen machen.

Rita gewinnt mit jedem Durchlauf an Erfahrung und wird zunehmend stärker. Ihre Fortschritte gehen jedoch mit einer wachsenden seelischen Belastung einher, bis die angestaute Verzweiflung schließlich aus ihr herausbricht. Der Film vermittelt diesen Zwiespalt überzeugend und macht deutlich, dass bessere Fähigkeiten allein noch keinen Ausweg bedeuten. So erhält die Geschichte eine emotionale Seite, die über die reine Science-Fiction-Action hinausgeht.

Mit Keiji verändert sich schließlich das Verhältnis zwischen Hoffnung und Aussichtslosigkeit. Aus dem zunächst zurückhaltenden Unterstützer entwickelt sich ein selbstbewusster Mitstreiter, der Rita zunehmend auf Augenhöhe begegnet. Ihre Zusammenarbeit bringt frischen Schwung in die Handlung und zeigt, wie viel beide voneinander profitieren können. Ihre persönlichen Hintergründe bleiben zwar recht überschaubar, doch die Entwicklung innerhalb der Zeitschleife ist gut nachvollziehbar.

STUDIO4°C verleiht dem Film mit seinem markanten Stil eine eigene Optik. Die actionreichen Auseinandersetzungen sind dynamisch inszeniert, ohne die ruhigeren und emotionalen Momente zu verdrängen. Das Erzähltempo stimmt ebenfalls, denn die wiederkehrenden Abläufe verlieren durch die Veränderungen der Figuren nicht ihren Reiz. Die Mischung aus Science-Fiction, Action und Drama geht für meinen Geschmack gut auf.

»ALL YOU NEED IS KILL« bietet eine unterhaltsame und durchaus emotionale Interpretation der Romanvorlage, die vor allem von der Entwicklung ihrer beiden Hauptfiguren profitiert. Nach dem Film ist jedenfalls auch mein Interesse an der Manga-Adaption gestiegen, die Keijis Geschichte stärker in den Vordergrund rückt.

©Hiroshi Sakurazaka / Shueisha, ALL YOU NEED IS KILL Project

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