Disc-Review: »Hellsing« – Gesamtausgabe

Über zwei Jahrzehnte nach der Premiere in Deutschland bringt Hardball Films die TV-Serie »Hellsing« am 3. Juli 2026 erstmals als deutsche Blu-ray-Gesamtausgabe in den Handel. Ob sich die Neuausgabe lohnt, schildern wir nachfolgend.

Ein Vampir für die Krone

Die Hellsing-Organisation, angeleitet von Lady Integra, wurde ins Leben gerufen, um die englische Krone und ihre Bevölkerung vor Vampiren zu schützen. Ihre Geheimwaffe ist der Vampir Alucard, der aus unbekannten Gründen auf der Seite der Menschen steht und gemeinsam mit ihnen seinesgleichen vernichtet.

An seiner Seite kämpft die Polizistin Seras Victoria, die er auf einer seiner Missionen in einen Vampir verwandelte, um ihr Leben zu retten …

Stimmen im Gleichgewicht

Für die deutsche Fassung zeichnet sich Circle of Arts aus München verantwortlich, das Dialogbuch stammt von Susanna Sandvoss (»Noir«) und Hans-Werner Schwarz (»The Candidate for Goddess«), die Dialogregie liegt ebenfalls bei Sandvoss. Den Auftrag vergab damals die OVA Films GmbH.

Torsten Münchow leiht Alucard seine Stimme, Simone Brahmann verkörpert Lady Integra, Shandra Schadt spricht Seras Victoria und Dieter Memel den Butler Walter C. Dornez. In den Nebenrollen sind zudem Jörg Stuttmann als Enrico Maxwell und Oliver Stritzel als Alexander Anderson zu hören.

Die Besetzung der vier zentralen Figuren trägt die Serie über weite Strecken: Münchow verleiht Alucard eine Mischung aus Arroganz und morbidem Humor, während Brahmann Integras Kontrolle und Härte hörbar macht, ohne sie ins Kalte kippen zu lassen.

Zwischen den beiden entsteht ein Wechselspiel, das die Hierarchie der Figuren untermauert. Auch das Verhältnis zwischen Alucard und Seras – Schadt gibt ihr eine hörbare Unsicherheit, die im Kontrast zu Münchows Gelassenheit steht – das Ganze funktioniert stimmig.

Kleinere Rollen fallen dagegen ab, was angesichts ihres begrenzten Textumfangs jedoch kaum ins Gewicht fällt. Im Großen und Ganzen erwartet den Zuschauer eine stimmige deutsche Sprachfassung.

Eine kompakte Ausgabe für Fans und Sammler

Die TV-Serie »Hellsing« entstand unter der Regie von Yasunori Urata im Studio GONZO. Produziert wurden dabei 13 Episoden, die in der Herbst-Season 2001 ihre japanische Premiere feierten.

Hardball Films bringt die Kultserie erstmals in HD-Auflösung und auf Blu-ray in den deutschen Handel. Käufer dürfen sich dabei auf eine Gesamtausgabe im Steelbook freuen. Als physische Beigaben werden ein Art Booklet, eine Art Card und ein Sticker geboten. Auf der Disc gibt es ein Making of sowie das Textless Opening und Ending.

Das Bild wird in 1080p (Pillarbox) mit einem Ton von Deutsch DTS-HD MA 5.1 geboten. Daneben gibt es den japanischen Originalton sowie die französische Sprachfassung.

Zwischen Eigenständigkeit und Nostalgie

Dank Hardball Films zieht »Hellsing« erneut in den deutschen Handel ein. Nachdem zuletzt 2019 eine DVD-Gesamtausgabe auf den Markt kam, haben hiesige Anime-Fans nach sieben Jahren erneut die Möglichkeit, sich ein Exemplar für ihre Sammlung zu sichern – diesmal sogar als Blu-ray.

Die ersten Episoden der TV-Serie folgen dem Manga vergleichsweise nah, ehe sich der Anime zunehmend von der Vorlage löst und eine eigenständige Geschichte erzählt. Ab diesem Punkt nimmt die Handlung einen komplett anderen Verlauf als in der späteren, werktreuen Neu-Adaption »Hellsing Ultimate«.

Getragen wird die Serie durch Alucard und Integra, deren Verhältnis von gegenseitigem Respekt bei klarer Rangordnung geprägt ist. Seras Victoria steht dem gegenüber, deren anfänglicher Widerwille gegen ihre neue Existenz glaubhaft wirkt und nicht überstürzt aufgelöst wird.

Auch das Verhältnis zwischen der Hellsing-Organisation und der Kirche, allen voran den Auftritten Alexander Andersons, lebt von einer Reibung, die sich vor allem in den Dialogen entlädt. Für eine derart düster grundierte Serie überrascht dabei ein Humor, der die Ernsthaftigkeit nie untergräbt.

Auf einem OLED-Fernseher betrachtet, zeigt sich der Sprung zur DVD-Fassung deutlich: Der Großteil des Bildmaterials profitiert sichtbar von der neuen Auflösung, vereinzelte Szenen bleiben dagegen unscharf und lassen das Alter der Vorlage klar erkennen, ohne den Gesamteindruck zu trüben.

Für Fans, die die Serie bislang nur auf DVD besitzen, ist die Blu-ray-Gesamtausgabe eine naheliegende Anschaffung. Wer mit »Hellsing« noch gar nicht in Berührung gekommen ist, bekommt mit dieser Ausgabe einen soliden Einstieg in die düstere Welt der Hellsing-Organisation.

© Kouta Hirano・SHONEN GAHOSHA Co.,LTD./Hellsing K.G.
This Edition ℗ 2026 Hardball Films.

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