Seit September 2026 ist »Hakaba Kitaro: Der Junge vom Friedhof« als limitierte Collector’s Edition im Blu-ray-Mediabook erhältlich. Wir haben uns für euch alle elf Episoden angesehen und schildern nachfolgend, was euch erwartet.
Der letzte seiner Art
Der Geisterjunge Kitaro ist im Ort gefürchtet. Zwischen Leben und Tod erlebt er skurrile, mystische und geheimnisvolle Abenteuer und legt sich dabei mit Wassergöttern, Dracula, Werwölfen, seinem Doppelgänger und dem Rattenmann an.
Tokio in den 1950er Jahren: Während Japan im wirtschaftlichen Aufschwung nach vorne blickt, existiert im Schatten eine Welt voller Yokai und düsterer Geheimnisse. Mitten auf einem Friedhof erblickt Kitaro das Licht der Welt – der letzte Überlebende des Geisterstammes.
Mit nur einem Auge, begleitet vom wiederbelebten Augapfel seines Vaters zieht er durch eine Welt, die ihm feindselig gegenübersteht.
Gelungene deutsche Stimmen für schräge Charaktere
Die deutsche Synchronfassung von »Hakaba Kitaro« entstand bei @alpha Postproduktion in München. Die Dialogregie übernahm Eckart Goebel (»Darwin’s Game«), während Shiona Leisner (»Gushing over Magical Girls«) und Lisa Dzyadyk (»Penguindrum«) für das Dialogbuch verantwortlich waren.
In der Hauptrolle ist Max Schira (13 in »Dorohedoro«) als Kitaro zu hören. Schira gefällt mir in dieser Rolle ausgesprochen gut. Der kleine Geisterjunge ist häufig eigensinnig, denkt gerne zuerst an sich selbst und nimmt selbst unangenehme Situationen gelassen hin. Seine freche und abgebrühte Art kommt in der deutschen Fassung gut zur Geltung, ohne dass Kitaro seinen kindlichen Charakter verliert.
Gerhard Acktun (Mauzi in »Pokémon«) spricht den fürsorglichen Augapfelvater, während Oliver Scheffel (Teru Minamoto in »Toilet-Bound Hanako-kun«) dem durchtriebenen Rattenmann seine Stimme leiht. Die beiden könnten charakterlich kaum unterschiedlicher sein, was sich auch in ihren deutschen Stimmen widerspiegelt. Besonders der Rattenmann sorgt mit seiner eigennützigen Art immer wieder für amüsante Momente.
Die übrigen Rollen sind ebenfalls passend besetzt und fügen sich gut in die ungewöhnliche Welt ein. Die deutsche Synchronisation hat mir durchweg gefallen und transportiert sowohl den makabren Humor als auch die Eigenheiten der Figuren überzeugend.
Collector’s Edition mit umfangreichem Hintergrundmaterial
»Hakaba Kitaro: Der Junge vom Friedhof« entstand unter der Regie von Masatoshi Chioka im Studio Toei Animation. Die elf Episoden wurden von Januar bis März 2008 im japanischen Programmblock noitaminA auf Fuji TV ausgestrahlt.
polyband anime veröffentlicht die komplette Serie als limitierte Collector’s Edition im Blu-ray-Mediabook. Der integrierte Buchteil enthält ausführliche Hintergrundtexte von Nando Rohner über Shigeru Mizuki und die Geschichte von Kitaro sowie farbige Illustrationen.
Ein besonderes Extra ist das exklusive Interview mit Regisseur Masatoshi Chioka, das interessante Einblicke in die Produktion bietet. Weitere Beigaben oder Bonusmaterial auf der Disc gibt es nicht. Der FSK-Hinweis befindet sich lediglich auf der Folie.
Das Bild wird im Format 16:9 (1,78:1) dargestellt. Als Tonformat steht DTS-HD 2.0 zur Verfügung. Neben der deutschen Synchronfassung sind auch der japanische Originalton sowie deutsche Untertitel enthalten.
Ein kleiner Egoist mit makabrem Charme
Mit »Hakaba Kitaro: Der Junge vom Friedhof« veröffentlicht polyband anime eine weitere Umsetzung von Shigeru Mizukis bekanntem Werk auf dem deutschen Disc-Markt. Die elfteilige Serie aus dem Jahr 2008 erscheint hierzulande als limitiertes Blu-ray-Mediabook. Wer bislang vor allem »GeGeGe no Kitaro« kennt, bekommt hier eine deutlich andere Seite der Figur zu sehen.
Die Serie greift die frühen »Hakaba Kitaro«-Geschichten aus Mizukis Leihmanga-Zeit auf und kehrt damit zu den düsteren Ursprüngen zurück. Kitaro hat mit einem klassischen Helden wenig gemeinsam. Er denkt häufig zuerst an sich, sucht seinen eigenen Vorteil und geht selbst mit unangenehmen Situationen erstaunlich gelassen um. Genau diese abgebrühte und eigensinnige Art hat mir an ihm gefallen.
Vampire, Werwölfe und natürlich der Rattenmann sorgen in den elf Episoden für reichlich Abwechslung. Mal wird es gruselig, dann wieder herrlich absurd oder ziemlich makaber. Selbst Todesfälle werden oftmals beinahe beiläufig abgehandelt. Dieser ungewöhnlich trockene Umgang mit dem Tod passt zum Humor der Serie und lässt die Geschichten noch ein Stück schräger wirken.
Zeichnerisch orientiert sich Toei Animation stark an Mizukis ursprünglichem Stil. Regisseur Masatoshi Chioka erklärt im exklusiven Mediabook-Interview, wie sich das Team an der Optik alter Leihmanga und Bildprojektionen aus der Shōwa-Zeit orientierte. Digitale Filter, gedämpfte Farben und bewusst unregelmäßige Linien sorgen für einen altmodischen Look, der die schaurige Atmosphäre ideal unterstreicht.
Durch den bei Reprodukt erschienenen »Kitaro«-Manga war mir die ungewöhnliche Welt bereits vertraut. Trotzdem hat mir die Anime-Adaption noch einmal eine andere Seite der Figur nähergebracht. Die elf Episoden haben mir viel Spaß bereitet, nicht zuletzt wegen Kitaros eigensinnigem Verhalten und dem makabren Humor. Eine schräge, unterhaltsame Umsetzung, die ihren ganz eigenen Charme besitzt.
©MIZUKI production/hakaba-kitaro committee