Der frühere KADOKAWA-Vorsitzende Tsuguhiko Kadokawa geht juristisch gegen den heutigen CEO Takeshi Natsuno und einen externen Rechtsanwalt vor. Dabei fordert er Schadensersatz wegen mutmaßlicher Verleumdung im Untersuchungsbericht zur Bestechungsaffäre rund um die Olympischen Spiele in Tokio. Wir fassen zusammen.
Klage gegen KADOKAWA-CEO
Der Klage liegt ein Bericht einer internen Untersuchungskommission zugrunde, den KADOKAWA im Januar 2023 veröffentlichte. Die Kommission war eingesetzt worden, um mögliche Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit dem Bestechungsskandal bei den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio aufzuklären.
Im Mittelpunkt der Affäre stehen mutmaßliche Bestechungszahlungen, mit denen sich Unternehmen Vorteile bei Sponsoren- und Marketingrechten für die Spiele verschafft haben sollen. Auch KADOKAWA geriet deshalb ins Visier der Behörden.
In dem von CEO Takeshi Natsuno und dem externen Rechtsanwalt Tadashi Kunihiro vorgestellten Dokument heißt es unter anderem, dass gegen Tsuguhiko Kadokawa mit hoher Wahrscheinlichkeit der Verdacht eines Bestechungsdelikts besteht.
Kadokawa, der im Januar 2026 wegen Bestechung schuldig gesprochen wurde und gegen das Urteil Berufung eingelegt hat, wirft den Verfassern des Berichts vor, unwahre Behauptungen über ihn aufgestellt zu haben, die seinem Ruf nachhaltig geschadet hätten.

Schadensersatz gefordert
Auf einer Pressekonferenz erklärte Kadokawa, die Untersuchungskommission habe nicht unabhängig gearbeitet. Seiner Auffassung nach sei der Bericht im Sinne von Takeshi Natsuno verfasst worden, um ihm die Verantwortung für die Vorgänge innerhalb des Unternehmens zuzuschreiben.
Ferner vertritt Kadokawa die Ansicht, dass die Veröffentlichung des Berichts seine Verteidigung im Gerichtsverfahren beeinträchtigt habe. Als Konsequenz fordert er nun Schadensersatz in Höhe von 200 Millionen Yen (etwa 1,08 Millionen Euro).
Das Unternehmen KADOKAWA wollte die Vorwürfe am Tag der Klage nicht näher kommentieren. Stattdessen verwies man darauf, dass die Veröffentlichung des Berichts zum Schutz des Unternehmenswertes notwendig gewesen sei.
Unabhängig von der Klage steht Takeshi Natsuno derzeit zusätzlich unter Druck, da der größte KADOKAWA-Aktionär Oasis Management seine Abberufung aus dem Vorstand fordert. Zu den Vorwürfen gegen den CEO zählen unter anderem mehrere Kontroversen während seiner Amtszeit sowie Kritik an seiner Unternehmensführung.
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Via Asahi Shimbun
© Miku, Reon Kuwashima / KADOKAWA / IseRebe Production Committee
Was haben Anime-Publisher mit Sportverranstaltungen zu schaffen?
Der Hintergründe, der Zusammenhang dazu, der fehlt mir.
Da ist doch ein Link: das Wort Bestechungsskandal. Da clicken und dann einfach nachlesen.
Jetzt endlich blicke ich durch. Danke. 👍
Das klingt mir schon etwas danach als hätte man da schon geahnt – vielleicht auch sogar gewusst – das da was nicht so ganz richtig ist. Aber anscheinend war man auch nicht wirklich Willens das zu beachten.
Wenn das hier also wirklich so stimmt, hat man ihn schlicht hingehangen und geopfert.